TRABZON

Hier nur ein kleiner Eintrag über mein Wochenende in Trabzon. Am Donnerstagabend stiegen wir in den Bus, der 11 Stunden lang über georgische und türkische Straßen holperte und uns schließlich am Freitagmorgen wieder ausspuckte. Am Busbahnhof (zu Türkisch “Otogar”) wurden wir von unseren wirklich sehr netten Gastgebern, die wir über “Couchsurfing” kennengerlernt hatten, abgeholt. Zuerst zeigten sie uns die Uni von Trabzon, dann brachten sie uns in ihre Wohnung- 6 Zimmer und Panoramafenster mit Meerblick..:)

Bessere Gastgeber habe ich selten erlebt! Wir waren in einer kurdischen Männer WG gelandet, die es sich zur Aufgabe gemacht hatte uns ein Wochenende lang zu umsorgen. Das heißt wir schliefen in den Betten und sie nahmen mit den Sofas Vorlieb und wir wurden bekocht und durften keinen Finger rühren… Nach anfänglichem Sträuben beschlossen wir irgendwann einfach zu genießen und hatten einfach eine total nette Zeit zusammen- mit gutem Essen, aufgrund von Sprachproblemen sehr lustigen Gesprächen, türkischen und deutschen Kartenspielen, türkischem Basar, einem Kloster-Ausflug und natürlich ganz ganz viel “Chai”. Bei jeder Gelegenheit und zu jeder Tageszeit wird in der Türkei Tee getrunken! Am Samstagabend waren wir Mädels in der Stadt und wollten gerne das Fußballspiel um die türkische Meisterschaft sehen (Galatasaray gegen Fenerbahçe- beides Mannschaften aus Istanbul) und in der Bar in der wir schließlich landeten waren wir die einzigen weiblichen Wesen und die ca 100 anwesenden Männer tranken alle Tee! Sowas würde man in Deutschland sicher nirgends finden…

Tja, und am Sonntagabend ging es dann auch schon wieder zurück undam nächsten Morgen um 8h waren wir wieder in Tbilsi.

Hier nun einige Bilder:

Blick auf Trabzon

Hafen

 

gefärbte Küken, die merkwürdigerweise überall verkauft wurden

 

Essen auf Kurdisch

 

Altindere-Nationalpark im Zigana-Gebirge

 

Blick auf das Sumela Kloster

 

Sumela-Kloster Innenansicht

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Georgische Ehrlichkeit

Immer wieder fällt mir auf wie ehrlich die Menschen hier sind. Das merkt man an verschiedenen kleinen Alltagssituationen- es fällt nicht sofort auf, aber wenn man ein bisschen beobachtet, dann wird es doch deutlich! Natürlich, auch hier werden die Preise für Touristen hochgeschraubt und auch hier bezahlt man als Ausländer für ein Taxi das Doppelte, aber das alles geschieht immer mit einem Augenzwinkern, sodass man genau merkt, dass man ein bisschen auf die Schippe genommen wird, den Aufpreis aber im Wissen um die kleinen georgischen Gehälter gerne bezahlt.

Nun aber zurück zur Ehrlichkeit- ein gutes Beispiel sind die Obst & Gemüse Verkäufer- man kann sich drauf verlassen, dass man nie schlechte Ware bekommt. Entweder kann man sich selbst die besten Stücke heraussuchen oder- das ist meist der Fall- der Verkäufer übernimmt das direkt selber. Es kommt auch durchaus vor, dass einem ganz vom Kauf abgeraten wird-nicht sehr geschäftsfördernd, aber eben ehrlich.  Ein weiteres Beispiel sind Bustickets- JEDER kauft sich IMMER ein Ticket! Obwohl man nirgends so einfach schwarzfahren kann wie in den Bussen von Tbilsisi! Die Tickets kauft man direkt an einem Automaten im Bus und die Kontrolleure erkennt man an ihren neon-gelben Jacken. Und wenn die in den Bus reinkommen und man kein Ticket hat, dann bitten sie einen darum sich ein Ticket zu kaufen. Und wenn es dann doch passieren sollte, dass man mal ohne Ticket aus dem Bus aussteigt und ein Kontrolleur sich nicht durch gutes Zureden beschwatzen lässt, dann ist die Höchststrafe 5 Lari (=2.5 Euro). Und trotzdem: Auf jeder noch so unkontrollierten Strecke und auch wenn Leute nur 1- 2 Stationen fahren kaufen sie sich immer einen Fahrschein.

Es fällt mir zwar zugegebenermaßen schwer mich ebenso ehrlich zu verhalten, aber eigentlich finde ich es absolut großartig und ich kaufe mir auf jeden Fall deutlich häufiger ein Ticket als ich es zu Anfang getan habe. Allein schon deshalb, weil ich ein schlechtes Gewissen habe, wenn sich jeder im Bus eins holt außer mir!

 

Und ich möchte auch noch eine andere kleine Anekdote erzählen- ich habe mich schon lange gewundert warum man immer immer immer Kassenzettel für alles bekommt und vor allen warum jeder sie  auch nimmt. Wenn man bei einer kleinen Oma einen Apfel kauft, dann holt sie ein kleines Maschinchen hervor und gibt sorgfältig den Betrag von 0.5 Lari ein. Und nun weiß ich auch warum- der schlaue Saakashvili hat sich nämlich etwas ausgedacht, damit auch ja jeder seinen Job ordentlich erledigt- auf jeden Einkaufszettel befinden sich 2 Zahlencodes und wenn man diese (kostenlos) per sms an die *200# schickt, dann hat man die Chance bis zu 100.000 Lari zu gewinnen!

Ich passe mich also immer mehr an, kaufe brav meine Bustickets, stecke die Kassenzettel ein und hoffe wie alle anderen auf den großen Gewinn..:)

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Frühlingsalltag und Rücktransport die Erste

Die freien Tage sind vorbei und die Schule ist wieder offen- das haben zwar anscheinend noch nicht alle mitbekommen, da die Klassenräume oft noch verdächtig leer sind, aber eigentlich ist es ja auch ganz angenehm mit etwas kleineren Gruppen zu arbeiten. Vor allem weil ich zurzeit eher als Kunstlehrerin als als Deutschlehrerin fungiere. Gerade bastel ich mit verschiedensten Klassenstufen Oster-Pop-Up-Karten und nach anfänglichem Naserümpfen lassen sich auch noch 14 jährige Jungs, die natürlich eigentlich viel zu cool sind, dazu hinreißen Blümchen auf ihre Karten zu malen. Besonders schön finde ich immer die Beschriftungen wie “Von Giorgi für Geburztag”…

Ansonsten gehe ich wie eigentlich immer sehr gerne in die Schule und neuerdings auch verstärkt in die jüngeren Klassen- dort kann ich zwar weniger ausrichten als in der Mittel- und Oberstufe, weil die Kinder nur wenig Deutsch sprechen, aber erstens sind die Kinder alle zuckersüß und zweitens ist es die perfekte Möglichkeit für mich meine eigenen Georgischkentnisse auszutesten. Als “Frau Lara” versuche ich also auf georgisch und mit Händen und Füßen Bastelanleitungen zu erklären und den Kindern alle 2 Minuten zu bestätigen, dass ihre Blumen und Hasen ganz besonders schön sind.

Ich bin zwar immernoch überzeugt, dass ich nicht für den Rest meines Lebens Lehrerin sein möchte, aber in dem Wissen, dass meine Tätigkeit an der Schule schon in 2 Monaten endet, gehe ich jeden Tag voller Vorfreude auf all die freundlichen Gesichter von Lehrern und Schülern zur Arbeit!

Oh Gott- nur noch 2 Monate! Die Zeit vergeht so unendlich schnell! Ich habe zwar durchaus das Gefühl schon lange hier zu sein- der Berliner Alltag ist doch in weite Ferne gerückt- aber gerade jetzt wo das Wetter so herrlich ist habe ich das Gefühl kaum aufgewacht zu sein und schon endet der Tag wieder. Deshalb sind wir auch alle dazu übergegangen kaum noch zu schlafen- ich stehe morgens um 7h auf, weil die Sonne in mein Bett scheint und es unter dem Dach langsam ziemlich warm wird, gehe so oft wie möglich joggen oder spaziere wenigstens ein bisschen den Berg hoch, frühstücke und mache mich entweder auf den Weg zur Schule oder bereite auf dem Balkon den Unterricht vor. Die Nachmittage sind auch immer schnell gefüllt- entweder mit Sprachkurs, Marktbesuchen oder einfach mit Besuch, den wir ja eigentlich immer haben. Zurzeit sind zu Beispiel Sanna und Türker aus Istanbul hier und schlafen in unserem Wohnzimmer (Max und ich haben 2 Tage bei ihnen gewohnt als wir in Istanbul waren).                                                                       Nun ja, und an den Abenden hält uns auch nichts mehr zu Hause, weil jetzt alle Cafés und Bars die Tische draußen aufgebaut haben und es kaum etwas schöneres gibt als in einer lauen Frühlingsnacht bei einem Glas Wein den Tag ausklingen zu lassen. Wir bereiten uns auch schon auf die EM vor und kundschaften Plätze aus an denen die Spiele auf möglichst großen Bildschirmen übertragen werden…:)

 

In meinem Zimmer steht jetzt auch schon mein vollgepackter Koffer- voll mit dicken Decken, Mänteln, Schals und Pullovern, die in der nächsten Woche von mir nach Berlin gebracht werden. Damit ist nicht nur der Winter entgültig vorbei- es läutet auch ein Ende meiner Georgienzeit ein. Das Beruhigende daran ist, dass ich das Gefühl habe die beste Zeit hier noch vor mir zu haben.

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Gori und Höhlenkloster Uspliziche

Obwohl das ortodoxe Ostern ja erst am nächsten Wochenende stattfindet, hatten wir auch am deutschen Ostern 3 freie Tage… Und da das Wetter immernoch keine Anstalten machte sich zu verschlechtern, beschlossen wir ins Höhlenkloster “Uspliziche” zu fahren. Am Marschrutka-Bahnhof fanden wir einen Fahrer, der anbot uns alle für 70 Lari nach Uspliziche und zurück zu fahren.

Wir fuhren also-diesmal wirklich früh morgens- direkt zum Höhlenkloster, waren die einigen Besucher dort und machten einen wunderschönen langen Spaziergang. Wir fanden heraus, dass in diesem Gebiet nicht nur viele Geckos sondern merkwürdigerweise ebensoviele Schildkröten leben und wir konnten interessante Studien zum Thema “Tarn- und Paarungsverhalten der Schildkröten” durchführen…

DerMarschrutkafahrer, der die ganze Zeit auf uns gewartet hatte, fuhr uns weiter nach Gori- in ein wunderschönes Restaurant, wo wir in einer Art Biergarten saßen und Fleisch vom Spieß, Chatschapuri & Co aßen. Dann ging es in Zentrum von Gori- leider eine eher uninteressante Stadt. Wir bestiegen dann aber doch noch kurz die kleine Festung, die auf einem Hügel mitten in Gori liegt und fanden einige merkwürdige Statuen, die uns aber irgendwie sehr gut gefielen.

 

Da es aber abgesehen davon in Gori nichts zu sehen gab, fuhren wir schon am frühen Abend zurück nach Tbilisi und da wir alle ein bisschen zu viel Sonne abbekommen hatten, fielen wir schon so gegen 10h ins Bett.

Der Rest des Wochenendes wurde auch gut genutzt- am Sonntag hatte der georgisch- deutsche Chor bei dem ich mitsinge eine kleine Aufführung bei einem Gottesdienst und danach gingen wir auf den Basar und kauften uns Sommerschuhe, da es hier mit Stiefeln langsam nicht mehr auszuhalten ist. Am Abend gingen wir in eine Karaoke-Bar, was sehr lustig war. Wir trauten uns sogar zu singen, allerdings gab es zu den Liedern, die wir uns wünschten keinen Text und wir mussten improvisieren..:)

Am Montag hatten wir dann auch noch frei (da der 9. April (1991) Tag  der erneuten Unabhängigkeit Georgiens ist) und so machten wir im Botanischen Garten ein wundervolles Osterpicknick- am Wasserfall mit Couscous-Salat, Pfannkuchenröllchen, Milchreis, Wein und Obst.

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Istanbul- ein Nachtrag

Karaköy

Also: Istanbul…

Samstag: Ganz früh am Morgen des 17. März ging es los und ich nahm ein Taxi zum Flughafen. Auch wenn mein Aufbruch durch einen Stromausfall in der Wohnung (der das Fertigpacken erschwerte) und einen etwas aufdringlichen Taxifahrer nicht ganz reibungslos verlief, ging alles gut und ich saß glücklich und müde im Flugzeug. In Istanbul angekommen nahm ich einen Bus und wurde von Max abgeholt. Zusammen nahmen wir die Fähre von Kadiköy (Asien) und sind nach Karaköy (Europa) gefahren. Von da sind wir ins Hostel gelaufen, haben die Sachen abgestellt und sind frühstücken gegangen. Bei herrlichstem Sonnenschein sind wir nach Eminönü über die Galata Brücke und durch die basaarigen Straßen vor dem Großen Touri- Bazaar gelaufen, durch den wir dann anschließend nur durchmarschiert sind, weil wir nicht wie dumme Touris ausgenommen werden wollten. Wir schlenderten noch ein bisschem weiter durch Fatih und Sultanahmet, an der blauen Moschee und Hagia Sofia vorbei, um schließlich mit der Tram zur Mimar Sinan Üniversite zur Transborder-Konferenz zu fahren. Die Konferenz war ein Treffen von Flüchtlingsaktivisten in und um Europa, die zum Ziel hatte, nicht staatliche Netzwerke zur Überwachung und Aufdeckung administrativer Diskriminierung und Willkür der EU gegen Flüchtlinge zu entwickeln. Klingt kompliziert, ist aber eben auch ein ziemlich umfangreiches und wichtiges Thema…

Abends haben wir uns beim Public Viewing den Fußballklassiker Fenerbahce gegen Galatasaray (beides Mannschaften aus Istanbul) angesehen und dazu lecker türkisch gegessen (Gözleme und Kumpir). Das Spiel ging 2:2 aus und machte schon wahnsinnig Lust auf die bevorstehende Fußball-EM im Sommer die hoffentlich auch in Tbilisi auf Leinwänden oder doch wenigstens in netten Bars gezeigt werden wird…
Am Sonntag fuhren Max, ich und all die anderen Teilnehmer der Transborder-Konferenz nach Edirne- eine Stadt nah an der griechisch-türkischen Grenze- zu einem Internierungslager. Dort gab es dann eine Demonstration und anschließend fuhren wir an den Grenzfluss Evros wo wir uns mit Leuten aus Edirne unterhielten, um herauszufinden wie ihr Bezug zu dem Lager ist. Da ich noch nie vorher an einem solchen Ort war, mich eigentlich generell noch nie intensiv mit dieser Thematik auseinandergesetzt hatte, war dieser Ausflug eine sehr extreme Erfahrung für mich. Ich wusste auch nicht genau wie ich mich fühlen und verhalten sollte, da all die Leute um mich herum so wahnsinnig engagiert und erfahren waren. Am frühen Abend ging es dann zurück nach Istanbul.

Blick von Europa nach Asien

Nachdem wir am Montagmorgen im Wohnzimmer der Couchsurfer, bei denen wir geschlafen hatten, aufgewacht waren machten wir einen Spaziergang durch die Bogazici Üniversite nach Bebek. Da spielte man dann doch spontan mit dem Gedanken einfach in Istanbul zu studieren, das der Campus der Uni einfach unübertrefflich schön ist- mit großem Park und Meerblick!!

Der Rest des Tages verlief sehr entspannt, wir liefen einfach durch die Gegend und trafen uns am Abend mit unseren Couchsurfern wieder und luden sie zum Essen ein. Anschließend gingen wir noch in eine sehr nette Bar namens Leyla Teras und anschließend noch tanzen zu türkischer Musik im “Eksi Beirut”.
Am Dienstag machten wir zunächst wie üblich einen langen Spaziergang und trafen später die anderen im Stadtteil “Tarlabasi” wieder wo wir zunächst in die Küche einer Soildaritätsgruppe und anschließend zu einem Solidaritätsgruppen-Treffen gegangen sind, wo über das Schicksal einiger minderjähriger Flüchtlinge diskutiert wurde.

In den Straßen von Tarlabasi

                     Am Abend sagten uns leider spontan unsere Couchsurfer die Übernachtungsmöglichkeit ab, wir fanden jedoch glücklicherweise schnell Ersatz und schliefen in den nächsten 2 Nächten bei Firad und Sejnor, einem türkischen Paar.
Den Mittwoch haben wir im Stadtteil “Aksaray”verbracht und sind an der Promenade am Meer spazierengegangen und von dort aus in einem Riesenbogen zurück zum Hostel. Abends wurden wir netterweise wieder von Firat und Sejnor aufgenommen.
Am Donnerstag gingen wir morgens zu “Helsinki”, wo Max ab Juni sein Praktikum machen wird und guckten uns die Einrichtung an. Wir verabschiedeten die anderen, die alle schon früher nach Hause zurück fuhren und gingen selbst zum Fischmarkt und Hafen von Karaköy. Wieder nahmen wir die Fähre nach Kadiköy (Asien) und trafen uns mit unserem nächsten Gastgeber- Daniel. Ihn hatten Max und ich im November im Nachtzug in Georgien kennengelernt und schon damals hatte er uns herzlich eingeladen bei ihm zu übernachten, sollten wir mal nach Istanbul kommen. Wir haben unsere Sachen bei ihm abgelegt und sind mit ihm köstlich essen gegangen!

Die blaue Moschee

Hagia Sofia

Die letzten 2 Tage- der Freitag und Samstag verliefen ohne besondere Vorkommnisse, waren aber ebenso schön wie der ganze Rest der Reise! Wir kauften uns viele schöne türkische Tücher und Hosen, spazierten durch die Sonne, ließen uns von Daniel die asiatische Seite zeigen, tranken frisch- gepressten Orangen- und Granatapfelsaft und genossen es auch einfach nochmal zu zweit durch die Straßen zu schlendern… Tja, und dann waren die 8 Tage auch schon wieder vorbei, Max und ich fuhren abends zusammen zum Flughafen, beide voller schöner Bilder und voller Lust sobald wie möglich wieder nach Istanbul zu fahren.

Auch wenn Istanbul natürlich viel viel zu groß und vielfältig ist, um die Stadt in einer Woche wirklich kennenzulernen, habe ich doch das Gefühl die Zeit bestmöglich genutzt zu haben- einerseits waren all die Aktionen der Transborder- Konferenz super interessant und andererseits habe ich einfach den Urlaub in dieser wunderschönen und sonnigen Stadt genossen!

Letzte Fahrt mit der Fähre nach Asien

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Ananuri

Samstag, 31. März

08.00h: Wecker klingeln, Aufstehen. Tatendrang. Reiselust.

13.00h: Und schon geht’s los.

13.30h: Voller Erwartung sitzt man in der Marschrutka nach Ananuri

15.00h: Und schon geht die Fahrt los.

16.00h: Ankunft an der Festung Ananuri, tolles Wetter, tolle Festung, toller Blick,             gefählicher Aufstieg bis auf den höchsten Aussichtsturm (man ist leider zu klein, um über den rand zu gucken).

17.00h: Man läuft ins Dorf auf der Suche nach einem Restaurant.

17.15h: Man erfährt, dass das einzige Restaurant ziemlich weit außerhalb liegt und dass die letzte Marschrutka nach Tbilisi um 19.00h fährt.

17.20h: Man sitzt eingeklemmt zwischen Skiern und Snowboards im Auto zweier netter Georgier und trampt zum Restaurant.

17.30h: Man bestellt die Karte rauf und runter.

18.10h: Man erfährt, dass die letzte Marschrutka um 18.00h gefahren ist.

18.11h: Schreckstarre

18.12h: Man springt auf, lässt alles stehen und liegen, bezahlt die Rechnung und lässt sich von den letzten Gästen, die soeben das Restaurant verlassen hatten, zurück nach Tbilisi fahren.

Hach ja, Georgien!

 

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Rustavi

Sonntag-25. März-o3.20h morgens

Etwas müde, aber noch voller Glücksgefühle von 8 Tagen Istanbul kam ich am Tbiliser Flughafen an. Von dort fuhr ich allerdings nicht direkt nach Hause sondern wartete noch auf Adriana- eine in Belarus stationierte Kulturweit-Freiwillige- die uns für 10 Tage besuchen wollte. Zusammen nahmen wir eine Stunde später ein Taxi in die Dadiani Straße. Bis wir dann tatsächlich IN der Wohnung ankamen, dauerte es noch eine Weile, da mein Schlüssel in der Wohnung lag und mein Handy noch irgendwo in Istanbul und da es eine Weile dauerte, bis unser Klingeln, Klopfen und Rufen erhört wurde…

Nach einigen Stunden Schlaf und einem typisch georgischen Frühstück beschlossen Nora, Adriana und ich spontan nach Rustavi zu fahren (eine kleine Stadt nah Tbilisi), weil es dort irgendeine Ausstellung mit Band-Contest geben sollte… In Rustavi angekommen waren wir angenehm überrascht- wir befanden uns auf einem für georgische Verhältnisse erstaunlich großen, freien und schönen Platz, mit Rathaus und sternförmig verlaufenden Straßen voller bunt bemalter Häuser. Nun hieß es nur noch das “Alte Theater” finden, in dem das Ganze stattfinden sollte. Wir liefen also sytematisch nacheinander alle Straßen rauf und runter- leider vergeblich.

Da uns sowieso schon längst der Hunger gepackt hatte, suchten wir also nun nach einem Restaurant. Dies erwies sich leider ebenfalls als schwierig: Rustavi schien die einzige restaurantlose Stadt ganz Georgiens zu sein.. Irgendwann kamen wir glücklicherweise auf die Idee einfach mal Passanten zu fragen und siehe da, es wurde doch eins gefunden. Dann das Übliche: Estragon- und Birnenlimonade, Chatschapuri, Chinkali und Salat mit Walnussdressing…

Gestärkt wollten wir dann doch noch einmal unser Glück versuchen das Theater zu finden- liefen auf und ab, wurden hierhin und dortlang geschickt und wurden die ganze Zeit das merkwürdige Gefühl nicht los uns in einer kleinen Stadt am Mittelmeer zu befinden, die sich auf den sommerlichen Touristen-Ansturm vorbereitet. Es roch nach Meer und Kiefern und warmem Regen, niemand schien etwas zu tun zu haben und wir genossen die Ruhe. 2 Leute kamen uns entgegen, wir fragten sie nach dem Weg und plötzlich ging alles ganz schnell. Der Mann telefonierte, ein Auto fuhr vor und keine 5 Minuten später hatte man uns schon vor dem Alten Theater abgesetzt. Als wir durch die Türen traten wurde uns auch schlagartig klar warum wir in den Straßen kaum Jugendliche gesehen hatten- sie waren allesamt im Theater! Ehe wir uns versahen saßen wir einer Theater-Aufführung, der sogleich ein Bandauftritt folgte. Wir blieben noch ein Weilchen und machten uns dann- noch halb benebelt von dieser ganz speziellen Atmosphäre- auf den Heimweg.

Zuhause angekommen fielen Adriana und ich sofort ins Bett  und ich träumte von einer Stadt, die eine sehr eindrucksvolle Mischung aus Istanbul und Rustavi zu sein schien…

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